Brennholz, ein bisschen mehr als nur ein Heizmittel

Holz, als √§ltester Brennstoff der Menschheit, war bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts neben Wind und Wasser der wichtigste Energielieferant in Europa. Nach dem 2. Weltkrieg durch die „billigen“ und scheinbar unersch√∂pflichen Energietr√§ger Erd√∂l und Erdgas verdr√§ngt, erf√§hrt das Brennholz heute, insbesondere wegen seiner Umweltfreundlichkeit, wieder zunehmende Beachtung.

Die Eignung des Holzes als Heizmaterial gr√ľndet sich auf seinen Heizwert, seine Entz√ľndlichkeit und seine Brenneigenschaften.

Der Heizwert des Holzes ist um so größer, je mehr Harze und Lignine darin enthalten sind.
Nadelholz besitzt einen höheren Anteil dieser Holzbestandteile pro Gewichtseinheit und hat daher auch einen höheren Heizwert als Laubholz.
Da die Laubhölzer jedoch eine höhere Dichte besitzen, ist deren Heizwert je Volumeneinheit deutlich höher.

Entscheidender Anteil am Heizwert des Holzes hat jedoch der Wassergehalt des Holzes. So sagt man, daß frisch eingeschlagenes Holz bis zu 50 % seines Gewichtes Wasser enthalten kann.
Nach mindestens einj√§hriger trockener Lagerung ist das Holz „lufttrocken“ und enth√§lt dann nur noch 15 – 20 % Wasser. Wird das Holz im nassen Zustand verbrannt, mu√ü das Wasser zuerst herausgekocht werden bevor die eigentliche Verbrennung des Holzes erfolgen kann. Das hat neben dem Heizwertverlust zur Folge, da√ü durch die Verbrennung bei abgesenkter Temperatur nicht mehr alle Holzbestandteile vollst√§ndig verbrennen k√∂nnen. Holzgase verlassen unverbrannt den Schornstein oder schlagen sich gar als Teer und Ru√ü im Schornstein nieder. Dies isoliert die w√§rmeabgebenden Teile des Kamins und tr√§gt bei Entweichung in die Atmosph√§re, zur Luftverschmutzung bei. Feuchtes Holz zu verbrennen ist also nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch stark umweltbelastend.

Bestmögliche Heizwertausnutzung


Die rasche Trocknung des Brennholzes erreicht man am einfachsten durch die sachgerechte Aufarbeitung und Lagerung. So kann v. a. beim Laubholz die „Laubtrocknung“ ausgenutzt werden. Das bedeutet, da√ü nach der F√§llung der H√∂lzer √Ąste und Bl√§tter ca. 4 Wochen am Stamm verbleiben. Da die B√§ume Wasser √ľber die Bl√§tter verdunsten, geht die Trocknung auf diese Weise sehr viel schneller vonstatten.
Bei Nadelhölzern ist dies nur zu empfehlen, sofern keine Gefahr der Borkenkäfervermehrung besteht.

Trocknung des Holzes

Je kleiner zers√§gt und je √∂fters gespalten, desto mehr vergr√∂√üert sich die gesamte Oberfl√§che des Holzes. Dies f√ľhrt durch gr√∂√üere Wasserverdunstung zu einer raschen Austrocknung. Trockene Lagerung, nach M√∂glichkeit an der S√ľdseite eines Geb√§udes. Das Holz auf Unterlagen setzen.¬†Dies verhindert F√§ulnis und tr√§gt durch bessere Durchl√ľftung ebenfalls zur raschen Trocknung bei. Hinter der Holzbeige soll ein ca. 5 – 10 cm breiter Spalt sein, durch den das √ľber die Luft austretende Wasser entweichen kann. Der Holzstapel sollte m√∂glichst durch ein vorgezogenes Dach gegen Schlagregen gesch√ľtzt werden. Keine Abdeckung rundum mit Plastikfolien. Das „Schwitzwasser“ kann so nicht entweichen. Keine Lagerung von nicht lufttrockenem Holz in Kellern oder sonstigen unbel√ľfteten R√§umen

Geschichte

Der Wald hat die Entwicklung des Menschen von Anfang an begleitet. Noch bis ins 19. Jahrhundert hatte der Wald f√ľr die Ern√§hrung des Menschen die entscheidende Bedeutung. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden n√§mlich noch Schweine, Gro√üvieh, Schafe und Ziegen zur Weide in die W√§lder getrieben. Erst mit Beginn der Stallf√ľtterung und dem Anbau von energiereichem Viehfutter wurde diese Nutzungsform von der Streunutzung abgel√∂st.
Bei dieser wurden dem Wald Nadel- und Laubstreu f√ľr die Einstreu im Viehstall entnommen. Beide Nutzungsformen hatten f√ľr die W√§lder verheerende Folgen. Sch√§digung der B√∂den, N√§hrstoffentzug, Verhinderung der nat√ľrlichen Verj√ľngung seien hier nur stellvertretend f√ľr viele andere sch√§dliche Folgen erw√§hnt.

Gewerbe, die heute schon teilweise in Vergessenheit geraten sind, wie beispielsweise die Aschenbrennerei, K√∂hlerei, Glasverh√ľttung oder Salinen, waren ausgesprochen „holzfressend“. Sie setzten dem Wald durch die Entnahme von immensen Mengen Brennholz sehr zu. Hingegen war der Brennholzverbrauch zur Erzeugung einer warmen Stube in der d√ľnn besiedelten Kulturlandschaft eher unproblematisch. Alte Spr√ľche, wie „Dem Wald es wenig schadet, wenn sich der Bauer mit Holz beladet“ zeugen von der damaligen Einsch√§tzung des „Leseholz sammelns“.

Nach dem 2. Weltkrieg begann der gro√üe Wandel. Brennholz wurde immer mehr durch die „billigen“ Brennstoffe √Ėl, Gas und Strom ersetzt.
Erst seit Anfang der siebziger Jahre hat das Interesse an Brennholz wieder deutlich zugenommen. Der rasante Verbrauch fossiler Energietr√§ger mit dem damit verbundenen Anstieg des Treibhauseffektes sowie die gef√§hrliche Abh√§ngigkeit von diesen Energiequellen sind die Hauptgr√ľnde hierf√ľr.
Gesetzliche Regelungen, wie z.B. die Verpackungsverordnung ( Stichwort: R√ľcknahmepflicht von Paletten und Kisten ) sowie die Altpapierverordnung, erschweren dem Waldbesitz den Absatz von Schwachholzsortimenten. Bei der Suche nach neuen Absatzm√§rkten f√ľr die bei der Waldpflege zwangsl√§ufig mitanfallenden H√∂lzer spielt die thermische Verwertung von Holz eine wesentliche Rolle.

Wirtschaftlicher Aspekt 

Die Aufarbeitung von Brennholz ist in den letzten Jahren finanziell zunehmend interessanter geworden. Daf√ľr gibt es folgende Gr√ľnde:
Die bei der Waldpflege mitanfallenden Schwachh√∂lzer k√∂nnen aufgrund ihrer schwachen Dimension und/oder Ihrer schlechten Qualit√§t keinem h√∂heren Verwendungszweck, wie z.B. der Furnier-, M√∂bel- oder Bauholzherstellung, zugef√ľhrt werden. Abnehmer daf√ľr sind vielmehr die papier-, zellstoff- und spanplattenerzeugende Industrie oder die Bezieher von Brennholz. In Baden-W√ľrttemberg werden vom Gesamteinschlag von ca. 8-9 Mio Festmetern ca. 20 % als Industrieholz und 7 % als Brennholz aufgearbeitet. 8 % des Gesamteinschlags sind H√∂lzer, die vom Forstbetrieb nicht aufbereitet werden, weil die Verkaufserl√∂se die Aufarbeitungskosten nicht decken. Solche H√∂lzer bleiben an Ort und Stelle im Reisig liegen und werden teilweise als Reisschl√§ge zu niederen Preisen an eine Vielzahl von Privatpersonen abgegeben.
W√§hrend die Nachfrage (z.B. durch verst√§rkten Altpapiereinsatz bei der Papierherstellung) und die Preisentwicklung f√ľr Industrieholz seit Jahren insgesamt gesehen r√ľckl√§ufig sind, fand Brennholz sowohl in der Vergangenheit als auch gegenw√§rtig guten Absatz zu zufriedenstellenden Preisen.
Waldbesitzer sind bei gesichertem Absatz also gut daran beraten, ihre schwachen Hölzer als Brennholz zu verkaufen.

Aufbereitungsformen

Brennholz wird vom Waldbesitzer in verschiedenen Formen angeboten. Die gebräuchlichsten Formen sind:

Flächenlos
Der zust√§ndige F√∂rster weist dem K√§ufer eine markierte Parzelle zu, auf der der K√§ufer das noch nicht zugerichtete Holz selbst aufarbeiten kann. Diese Form des Heizholzverkaufes – besser unter „Reisschlag“ bekannt – ist die preiswerteste M√∂glichkeit des Bezugs von Brennholz. Fl√§chenlose werden vielerorts versteigert.

Schichtholz
Meist 1 m lange Holzst√ľcke aus Stammteilen oder st√§rkeren √Ąsten werden zu St√∂√üen aufgeschichtet. Verkaufsma√ü ist der Raummeter, ein 1 m langer, 1 m breiter und 1 m tiefer Holzsto√ü mit Luftzwischenr√§umen. 1 Raummetern entspricht 0,7 m3 reiner Holzmasse ohne Rinde. Weil die Aufbereitung in dieser Form recht arbeitsintensiv ist, wird dem K√§ufer von Schichtholz hierf√ľr ein h√∂herer Preis abverlangt.

Brennholz lang
L√§ngere Baumstammst√ľcke werden meist an gut befahrbaren Wegen gelagert. Die Menge wird vom Forstamt gesch√§tzt oder mittels Durchmesser und L√§nge errechnet. Verkaufseinheit ist der Festmeter, also 1 m3 reine Holzmasse ohne Zwischenr√§ume.

Weil bei dieser Art dem Verk√§ufer keine Einschneidekosten und keine Kosten f√ľr das Aufschichten von Holzst√∂√üen entstehen, ist Brennholz lang billiger als Schichtholz.

Bedeutung f√ľr die Umwelt

Der √∂kologische Vorteil von Brennholz als Ersatz f√ľr die nur begrenzt vorhandenen fossilen Energietr√§ger (z.B.Erd√∂l, Steinkohle oder Erdgas) gewinnt k√ľnftig an Bedeutung.
Bei der Verbrennung von Erd√∂l entsteht u. a. Kohlendioxid (CO2). Nimmt dessen Anteil in der Atmosph√§re √ľber Geb√ľhr zu, so tr√§gt es zum Treibhauseffekt und der damit verbundenen, unerw√ľnschten Erw√§rmung der Erdoberfl√§che bei.
Beim Aufbau von Holz entzieht der Wald der Atmosphäre dieses Gas und legt es gebunden im Holz längerfristig fest.
Unser Wald wird nachhaltig bewirtschaftet. Dies bedeutet, da√ü im selben Zeitraum mindestens soviel Holz nachw√§chst, wie geerntet bzw. verbrannt wird. Ganz egal ob das Holz langsam verrottend im Wald liegt oder verbrannt wird, die Nutzung des Waldes ist immer CO2-neutral. Im Gegensatz hierzu wird √ľber die Verbrennung von Erd√∂l und Erdgas, bisher in der Erde fixiertes CO2, zus√§tzlich zum bereits vorhandenen Kohlendioxid in die Atmosph√§re abgegeben und dort angereichert. Hier liegt der wesentliche Vorteil des Brennstoffes Holz !